Brief aus Israel

Liebe Gemeinde,
Shalom und herzliche Grüße aus Israel!

vielleicht erinnern Sie, dass ich im Juli ausgesendet wurde, um ein Jahr im Rahmen eines Friedens-dienstes in Israel zu arbeiten. Am 16. August ging es mit dem Flieger los. Im Gepäck hatte ich neben meinen Sachen Vorfreude, Aufregung, Spannung und Ängste.
Ein ganzes Jahr im Ausland – auf mich allein gestellt, weit weg von Familie und Freunden – kein einfacher Schritt für mich.
Mein Projekt „Kfar Tikva“ (dt. Dorf der Hoffnung) ist eine gemeinnützige Gemeinschaft, zirka 20 km von Haifa entfernt. Zur Dorfgemeinde gehören rund 200 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen. Sie leben nach auf ihre Neigungen, Bedürfnissen und Fähigkeiten individuell
abgestimmten Tagesabläufe. Meine Arbeit ist vielfältig. Es gibt verschiedene Workshops, in denen die Member vormittags arbeiten. Ich wirke im Garten mit und genieße die Arbeit im Freien bei noch
relativ warmen Temperaturen. Nachmittags stehen für mich sogenannte One-To-Ones an, wobei ich verschiedene Member in Einzelbetreuung habe und mich individuell mit ihnen beschäftige. Außerdem
helfe ich bei verschiedenen Aktivitäten mit. Vor allem das Fußballspielen macht mir Spaß, auch wenn die Member natürlich nicht auf Top-Niveau spielen. Aber auch das gemeinsame Musikhören bereitet mir Freude, weshalb ich jede Woche gerne in die Karaoke und ab und zur Member-Disko gehe.
Generell macht mir die Arbeit sehr viel Spaß, da die meisten Member einfach super süß und witzig sind. Natürlich hat es ein wenig Zeit gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt habe, mit behinderten Menschen
zu arbeiten und einige Hemmschwellen abgelegt hatte, aber im Moment könnte ich mir nichts besseres vorstellen.
Nach einiger Zeit der Eingewöhnung habe ich mich hier eingelebt und unsere WG fühlt sich jetzt schon wie „zu Hause“ an. ja, ich kann sagen, dass ich sehr zufrieden und glücklich bin.
Ich habe mich daran gewöhnt, dass hier alles von rechts nach links geschrieben wird und auch die Sprachbarriere, die weiterhin zweifelsfrei existiert, weicht Schritt für Schritt bzw. Wort für Wort. Das Erlernen der hebräischen Sprache stellt sich als Herausforderung dar, aber durch den täglichen
Kontakt und den Unterricht bin ich zuversichtlich, dass auch dieses Problem sich mit der Zeit lösen wird.
Mit den anderen 12 deutschen Freiwilligen und 7 israelischen Schinschinim verstehe ich mich sehr gut und so freue ich mich noch auf die weiteren 7 Monate, die ich in diesem wundervollen Land verbringen kann.
Wer sich für mich interessiert und regelmäßig von mir hören will, kann auch gerne auf meinem Blog vorbei schauen unter: www.jakob-in-israel.weebly.com/blog

Jakob Simang

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