Unsere Kirche

Die Johanneskirche ist die älteste evangelische Kirche in Ettlingen.

Kirche von außen

Ursprung

Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Evangelen in Ettlingen und Umgebung schnell zu. Zunächst wurde evangelischer Gottesdienst in der ehemaligen Schlosskapelle, dann in der Aula eines benachbarten Schulhauses gehalten. Mit dem ersten Spatenstich am 24. September 1878 begannen dann die Bauarbeiten für die lang ersehnte neue Kirche. Architekt war Kirchenbaurat Ludwig Diemer, Leiter der Kirchenbauinspektion Karlsruhe und Schüler des bekannten Karlsruher Baumeisters Heinrich Hübsch. Am 29. Juni 1880 (Peter und Paul) wurde die evangelische Kirche (noch ohne Namen) mit einem großen Festzug und einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

Form eines Kreuzes

Die Maße der Grundfläche der Kirche betragen 30 m x 18 m, die Höhe des Kirchturms beläuft sich auf 40 Meter. Der Bau hat die Form eines Kreuzes, im Osten befindet sich eine Chornische, in deren hinterem Teil 1880 die Sakristei mit Fenstern untergebracht wurde.

Kirche Innenraum

Umfassende Veränderungen

1887 erfolgte die Weihe von drei Glocken, von denen zwei im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurden. In den Jahren 1923-1925 wurden dann umfangreiche bauliche Veränderungen durchgeführt: Die Sakristei wurde nun außerhalb des Kirchengebäudes angebaut, eine neue Kanzel erstellt und drei Wandgemälde ‘Der segnende Christus’ im Chorbereich sowie die der ‘Apostel Johannes und Paulus’ von August Groh (Karlsruhe) an den Flächen neben dem Chorraum angebracht. Schließlich wurde elektrisches Licht in der Kirche eingebaut.

Bewegte Geschichte

1925 wurden zwei neue Glocken geweiht, aber für die Rüstungsindustrie mussten 1942 wieder drei Glocken abgegeben werden. Diese wurden 1950 durch neue Glocken ersetzt. So spiegelt das Schicksal der Glocken die sehr bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts wider.

1951 wurde die evangelische Kirchengemeinde Ettlingen geteilt: die Kirche erhielt mit der Pfarrei den Namen des Apostels Johannes.

1962 wurden wiederum umfangreiche Bauarbeiten unter Leitung des Architekten Peter Gierich durchgeführt:

  • die großen Wandgemälde von August Groh in der Apsis und an der Stirnwand wurden entfernt,
  • der aus Holz bestehende Altar wurde durch Stein (Travertin) ersetzt und bildet mit Kanzel und Taufstein eine Einheit,
  • die Zahl der Plätze auf der Empore wurde erhöht, vor allem dank der neuen Orgel-Konsole,
  • der südliche Kircheneingang (Längsseite) wurde zugemauert,
  • die hölzerne Eingangstüre wurde durch eine Glastüre ersetzt,
  • der Torspruch über der Eingangstür „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses“ (Ps. 26,8) wurde mit Glas überdeckt und ist heute kaum sichtbar.

1964/65 wird von der Fa. Bosch (Kassel) die neue Orgel eingebaut.

Kirche Innenraum

Häufige Modernisierungen

In den Jahren 2004/05 wurden wiederum größere bauliche Veränderungen durchgeführt: Einbau einer neuen Heizung und eines neuen Fußbodens, Verlegung der Kanzel nach der Südseite, Veränderungen im Altarbereich, Bau einer neuen Sakristei mit behindertengerechter Toilette.

Neben der Johanneskirche steht das Pfarrhaus (1898) und das Gemeindehaus (1914), das nach dem Ettlinger Humanisten und Reformator Caspar Hedio (1494/95 – 1552) benannt ist. Bei verschiedenen Bauabschnitten wurde das Gemeindehaus erweitert und modernisiert. Es ist neben der Kirche das Zentrum der Gemeinde.