Neues aus Übersee – Unsere Partnerschaft mit der Moravian Church in Südafrika (MCSA)

Offen aufeinander zugehen und Solidarität mit anderen zeigen. Das möchten wir in der Johannes Gemeinde nicht nur nach innen verkörpern, sondern auch nach außen. In diesem Fall bedeutet außen, mit Gemeinden in Übersee, genau genommen in der Provinz Westkap in Südafrika.

Letztes Jahr fanden sich einige Mitglieder unserer Johanneskirche zusammen, um eine Partnerschaft mit vier Gemeinden der Moravian Church in Südafrika (MCSA) aufzubauen. In diesen außerhalb Kapstadts gelegenen Gemeinden im Distrikt Overberg, was soviel bedeutet wie „hinter dem Berg“, betreibt die MCSA unter anderem diverse Suppenküchen sowie mit dem Elim home ein Heim für teilweise schwerstbehinderte Kinder. Die Moravian Church engagiert sich darüber hinaus stark in der Jugendarbeit, die gerade in diesen Zeiten erfreulicherweise einen hohen Zulauf genießt.Ebenso spielt die Musik im Gemeindeleben eine wichtige Rolle, so existieren zahlreiche Chöre und Posaunenchöre.

Was genau macht nun aber eine Partnerschaft aus?

Eine echte Partnerschaft darf nicht mit einer Patenschaft verwechselt werden, erklärt dazu Kirchenrätin Anne Heitmann. Es geht hier nicht um eine einseitige, häufig rein materielle Fürsorge für Hilfsbedürftige; unsere Partnerschaftsinitiative soll vielmehr geprägt sein von gleicher Augenhöhe, einem gleichberechtigten Miteinander, voneinander Lernen und dem Aufbau eines engen Zusammengehörigkeitsgefühls. Drei Grundpfeiler sollen daher den Charakter unserer Partnerschaft maßgeblich bestimmen:

Zum einen die finanzielle Solidarität, also dort zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird. Das können Geldspenden sein oder -wie in diesem Sommer geschehen- Sachspenden, wie die eines Mitglieds unserer Gemeinde in Form von Corona-Schutzvisieren.

Ein weiterer Faktor ist der Informationsaustausch zur Gemeindesituation. Hier können beide Seiten von den konkreten Erfahrungen des Partners lernen, etwa im Umgang mit der Pandemie im Alltag, bei der Gottesdienstgestaltung oder bei der Jugendarbeit. Und da ist der geistliche Austausch. Dieser kann durch eine gemeinsame Diskussion etwa über einzelne Bibelstellen oder andere Glaubensfragen erfolgen, z.B. indem man sich über eine Onlineplattform virtuell zu einem Treffen verabredet. Da weder auf der afrikanischen Seite Deutsch-, noch bei uns Afrikaans oder Xhosa-Sprachkenntnisse verbreitet sein dürften, wird der sprachlich kleinste gemeinsame Nenner dabei weiterhin Englisch bleiben.

Wie können wir nun aber unsere bereits bestehenden Kontakte in Südafrika weiter vertiefen und auch strukturell auf eine nachhaltiges Fundament stellen?

Der Schlüssel zu langen und lebendigen Partnerschaften sind letztlich die persönlichen Kontakte. In der Vor-Corona-Zeit gab es die glücklicherweise bereits, so kamen vergangenes Jahr z.B. die Leiterin des Elim home Lesinda Cunningham und auch ihr Mann und Pfarrer Godfrey zu uns nach Ettlingen. Aus unserer Gemeinde besuchten ebenfalls zwei Mitglieder u.a. das Elim home in Südafrika. Weitere Gegenbesuche sind während der Pandemie leider aufgrund der Infektionsrisiken und Einreisebeschränkungen bis auf Weiteres nicht möglich.

Um dennoch mehr direkte Kontakte zu ermöglichen, haben wir eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe eingerichtet, in der bereits erste Chats stattfanden. Derzeit erstellen wir zudem einen Profil-Fragebogen, in dem sich alle Interessierten den Mitgliedern der jeweiligen Partnergemeinde kurz vorstellen können. Die Idee ist, dass sich auf dieser Basis Gleichgesinnte zu „Paaren“ zusammenfinden, die dann direkt z.B. über online-Videokonferenzsysteme miteinander kommunizieren und sich damit besser kennenlernen können.

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