Unsere Kirche steht vor großen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Die Gesellschaft verändert sich: Menschen leben mobiler, Individualität ist wichtiger geworden, sehr unterschiedliche Lebenswelten stehen in unserer Gesellschaft nebeneinander, digitale Medien prägen den Alltag, der Klimawandel bedroht Zukunftsperspektiven. Kirche ist nicht mehr selbstverständlich und verliert für viele an Bedeutung. In der Folge gehen unsere Mitgliederzahlen zurück, was sich auf die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen auswirkt.   Kirche muss sich deshalb neu fragen: Wofür sind wir da? Wie können wir in dieser Zeit unserem Auftrag gerecht werden? Wie kommen wir wieder besser mit den Menschen in Kontakt? Und zugleich muss Kirche mit weniger Mitteln auskommen, mit weniger Personal und Gebäuden. Mit dem Strategieprozess macht sich unsere Landeskirche in dieser doppelten Herausforderung auf den Weg. Wir werden dabei gemeinsam mutig und neugierig Neues ausprobieren. Und wir werden traurig von manchem Abschied nehmen müssen. In allem vertrauen wir auf Gottes Kraft und Begleitung.  

Zwei große Ziele: Transformation und Reduktion

Wir wollen auch in Zukunft auf Menschen zugehen und in der Gesellschaft präsent sein. Dafür braucht es neue Formen kirchlichen Lebens und Spielraum für kreative Ideen. Und die Art der Zusammenarbeit muss sich weiterentwickeln. In den Stadtkirchenbezirken wird das anders aussehen als auf dem Land, im evangelischen Kernland anders als in der Diaspora. Transformation nennen wir dieses Ziel des Prozesses. Hier kann und soll Neues entstehen. Dafür werden wir anderes auch lassen.
Das zweite Ziel ist sehr klar und auch schmerzhaft: Reduktion. Prognosen zeigen deutlich: Die künftigen Kirchensteuereinnahmen werden nicht ausreichen, um weiterzumachen wie bisher. Deshalb hat die Landessynode beschlossen, bis 2032 insgesamt 30% aller Haushaltsmittel einzusparen. Wir müssen zukünftig mit weniger finanziellen Mitteln, mit weniger Gebäuden und auch mit weniger Personal Kirche gestalten. Weil jede Transformation auch Geld kostet, werden ein Teil der Einsparungen wieder investiert, um Kirche zukunftsfähig zu machen. Gedacht ist u.a. an die klimafreundliche Sanierung von Gebäuden und den Ausbau der Digitalisierung.  

Bezirkliche Planungen bis 2023

Der Strategieprozess ist bewusst ein Prozess in den Kirchenbezirken und Regionen. Auf der Basis zentraler Rahmenvorgaben durch die Landessynode suchen die Kirchenbezirke vor Ort mit den Gemeinden und den kirchlichen Diensten nach passenden Lösungen und neuen Wegen, wie Kirche im Jahr 2032 im Bezirk aussehen soll. Dabei wird die regionale Zusammenarbeit eine große Rolle spielen. Viele Menschen werden ins gemeinsame Nachdenken einbezogen: Haupt- und Ehrenamtliche, weniger aktive Kirchenmitglieder, vielleicht auch interessierte Menschen außerhalb der Kirche. Auch diakonischen Einrichtungen und bezirkliche Dienste sind wichtig. Und Kontakte in der Ökumene, zu Kommunen oder Vereinen. Bis Ende 2023 soll in jedem Kirchenbezirk eine Planung erarbeitet werden, wie auf der Basis der landeskirchlichen Rahmenvorgaben Transformation und Reduktion im Kirchenbezirk konkret umgesetzt werden sollen. Die Bezirkssynode wird über die Ergebnisse beraten und der Bezirkskirchenrat einen Beschluss fassen.

Auf der Bezirkssynode im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim haben Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin und Florian Hahnfeldt, stellvertretender Leiter des Kernteams, den Strategieprozess vorgestellt:

Quelle: Evangelische Kirchen in Baden; https://www.ekiba.de/landeskirche-gemeinden/strategieprozess-ekiba-2032/

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