Was war wichtig – was bleibt?

  1. Am wichtigsten waren die Begegnungen. Wie viel liegt in der persönlichen Begegnung: hier werden Brücken gebaut, Vorurteile können überwunden werden, man spürt, wie man zusammengehört.
  2. Die Vielfalt der Teilnehmenden ist allen hier in der Region aufgefallen – begonnen mit den Gewändern…. Gäste aus aller Welt waren auch hier in Ettlingen, ein methodistischer Bischof aus Peru, ein Kirchenpräsident aus Tonga, eine Pakistanerin, die in einem Versöhnungszentrum arbeitet, ein pfingstlicher Pfarrer aus Sierra Leone, eine Vielzahl von indonesischen Pfarrerinnen, Menschen aus Südafrika, Dänemark, Portugal und den USA und so weiter. So viele Nationen und Denominationen – aber versammelt in EINEM Geist, dem Geist Jesu.
  3. Am beeindruckendsten waren die gemeinsamen Gottesdienste und Bibelarbeiten – bei aller Verschiedenheit geht es um das, was uns als Christinnen und Christen verbindet. In den Gottesdiensten war der gemeinsame Geist zu spüren, in der Vielfalt der verschiedenen Sprachen, der liturgischen Traditionen, der unterschiedlichen Gesänge von Hawaii bis Armenien. Hier hat sich jedes Wort des Mottos bewahrheitet: Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt.
  4. Es war gut zu hören, was Christen in anderen Ländern bewegt: das Zusammenleben mit anderen Religionen, vor allem mit dem Islam oder (in Indien) dem wachsenden Hindu-Nationalismus. Oder: die Säkularisierung (Schweden). Oder: das Kinderabendmahl (Indonesien).
    Es war bewegend und erschütternd zu sehen, wie der Klimawandel Menschen in allen Ländern zu schaffen macht – im Süden der Erde noch viel mehr als bei uns, wie uns die Christen aus Afrika oder Pakistan oder aus Tonga gesagt haben. Und dass diejenigen, die am wenigsten CO2 verbrauchen, am meisten unter den Klimafolgen zu leiden haben.
  5. In einer zerrissenen Welt zu spüren: wir gehören als Christinnen und Christen zusammen, Schwestern und Brüder. Dazu gehört das Gebet miteinander und füreinander, in Verbundenheit. Unsere südafrikanischen Partnerkirche hat gesagt: wie wichtig war es gerade in der Covid-Pandemie, die Südafrika ja auch so stark betroffen hat, das Gebet der anderen zu spüren – und wir haben auch für euch gebetet.
    Dazu gehört aber auch das umstrittene Konsensprinzip des ÖRK. Abstimmungen werden nicht mehrheitlich entschieden, sondern im Konsens. Ich glaube, es ist richtig, dass nicht die einen Kirchen den anderen Kirchen per Mehrheitsentscheid Vorschriften machen – zumal das ja auch gar nicht geht. Im Sinne des Zusammenwachsens und der Einheit ist es wahrscheinlich besser, um gemeinsame Lösungen zu ringen. Man achtet mehr aufeinander als dass man versucht, sich zu überstimmen.  
  6. Es gab die umstrittenen Themen, Ukraine und Israel/Palästina – und es gibt die Dokumente zur Vollversammlung. Man kann sie nachlesen unter www.oikoumene.org/de/about-the-wcc/organizational-structure/assembly (auch auf Deutsch). Besonders eindrücklich fand ich persönlich die Rede des Erzbischofs von Canterbury, den Protokollpunkt zum Völkermord an den syrischen Christen und die Schlussbotschaft www.oikoumene.org/de/news/wcc-11th-assembly-shares-message-a-call-to-act-together.
  7. Es ist gut, dass es einen Ökumenischen Rat der Kirchen gibt – angesichts der globalen Konflikte und Herausforderungen braucht es doch neben der röm-kath Weltkirche einen Raum, in dem Christen weltweit zusammenkommen und im Licht der Bibel versuchen, gemeinsam zu leben und Zeugnis zu geben.
  8. Alle Gäste haben gesagt, dass die Deutschen und Karlsruhe so ein „warmherziger“ Gastgeber war. Das war auch schön zu hören – ein Kompliment für unsere Region und für uns als gastgebende Kirche.

Andreas Heitmann-Kühlewein

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